Nichts muss aber alles kann und ist möglich!

Das Einsatz, Leidenschaft und Engagement keine Ausbildung brauchen beweist Xenia Fabeck. Sie ist eine von vielen ehrenamtlichen Ermöglicher*innen der Inklusionsgruppe ,,Rhönschafe“. Die leidenschaftliche Rockerin ist nicht nur sportlich unterwegs, sondern lässt auch in ihrer Freizeit gerne die Fetzen fliegen. Das steckt an und motiviert. Auch Xenia hat sich die Zeit genommen und uns ein paar Fragen beantwortet. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Bühne frei für…

Mein Name ist Xenia Fabeck. Ich arbeite als Erzieherin in einer Wohngruppe der Kinder- und Jugendhilfe. Zuvor habe ich viele Jahre Menschen mit Handicap betreut und begleitet. Vor 2 Jahren habe ich dann meine Ausbildung als „Fachkraft für Inklusion“ abgeschlossen.

Wie bist du in der Kletterhalle gelandet?
Vor ungefähr 5 Jahren habe ich das Wandern für mich entdeckt. Von nun an übten die Berge eine Faszination für mich aus. Fast schon aus versehen bin ich in einen Klettersteig gestolpert und stellte fest: ,,Das Klettersteig gehen macht mir Spaß“. So ging ich immer wieder begleitete Klettersteige und machte plötzlich Aktivurlaub in den Bergen. Meine extreme Höhenangst wurde weniger. In meiner Arbeit ist Offenheit und Flexibilität zwingend erforderlich. Der Gedanke einfach in eine Kletterhalle zu gehen und dort aktiv zu sein wäre mir dennoch nie in den Sinn gekommen. Dies änderte sich, als ich einen DAV-Flyer in die Hand bekam. Gesucht wurden Ermöglicher*innen für den Aufbau einer inklusiven Klettergruppe, aus denen später die ,,Rhönschafe“ wurden. Das interessierte mich. Bei der Infoveranstaltung sagte der verantwortliche Trainer Matthias Schwob: ,,Klettern kann Jeder!“. Dies konnte ich nur schwer glauben und meine Neugier wurde geweckt. Nach der Veranstaltung ging es für uns direkt an die Wand. Hier wurde ich gesichert und bin einmal eine „Inklusionsroute“ geklettert. Laut polternd und ohne jegliche Klettertechnik. Auf einmal spürte ich ein Glücksgefühl. Ich befand mich im Hier und Jetzt. Von meiner Höhenangst keine Spur.

Wie ging es dann für dich weiter?
Das Klettern in der Halle sah ich ab dann mit anderen Augen. Ich wollte Klettern und anderen Menschen das nahe bringen, was ich erlebt habe.
Nun sind seitdem ca. 3 Jahre vergangen. An jedem zweiten Freitag im Monat bin ich als eine von vielen Ermöglicher*innen in der inklusiven Klettergruppe tätig und dies mit großer Freude. Ich sehe die Freude von Menschen, die scheinbar Unmögliches schaffen. Wir sind eine tolle Truppe und jeder unterstützt den Anderen. Wir feiern Erfolge und haben gemeinsam Spaß. Das Thekenpersonal hat am Ende unseres Trainings dann immer viel zu tun. Wir nehmen uns die Zeit für unser gemütliches Beisammensein mit einem Getränk. Das fester Bestandteil des Kletterns, Wolfgang Güllich lässt grüßen.
Im Laufe der Zeit breitete sich in mir der Wunsch aus mehr zu lernen. Die Ausbildung zur Trainerin C – Klettern für Menschen mit Handicap stand auf dem Programm.
Diesem Ziel bin ich derweil sehr nahe gekommen. Im Jahr 2019 habe ich die Ausbildung zur Kletterbetreuerin im Klettersport erfolgreich abgeschlossen. Hilfreich dafür war mein Ehrgeiz aber auch viele Trainer*innen, die mir viele Tipps und sich die Zeit nahmen ehrenamtliche Trainerstunden zu geben. Ich persönlich klettere wahnsinnig gerne und habe mich auch schon einige Male am Fels versucht. Während der Pandemie vermissen viele Menschen den Frisör. Ich vermisse die Kletterhalle, die Menschen dort, die wunderbare Stimmung, das Klettern.

Was begeistert dich an der Vereinsarbeit am DAV?
Der DAV hat mich unterstützt und ich stehe hinter dem Verein. Ich hatte die Möglichkeit etwas hinter die Kulissen zu schauen und sehe, hier wird gute Arbeit geleistet. Gerade im Bereich des Inklusionssports sehe und spüre ich das Engagement und den Einsatz der Mitglieder. Der DAV bedeutet für mich Vielfalt, Akzeptanz, Empowerment und Kongruenz.

Wofür begeisterst du dich, wenn es nicht ums klettern geht?
Wenn ich mal nicht in der Halle bin mache ich Sport, reise gerne, feiere und besuche Konzerte. Da hat es mir die Mittelalter und Rockmusik einfach angetan. Langeweile gibt es bei mir nicht.

Was möchtest du unseren Leser*innen noch mit auf den Weg geben?
Man ist niemals zu alt, zu klein, zu dick, zu dünn ,zu groß oder zu „anders“ für Neues!
Nichts muss aber alles kann und ist möglich!

Und weiter geht’s…

Den nächsten Beitrag zu unserer Reihe findet ihr am kommenden Montag den 22. März 2021 hier auf unserer Website. Bis dahin, bleibt gut gelaunt und gesund! Euer Team vom DAV Kletterzentrum Fulda!